Der designierte UNITAS-Vorort zur bevorstehenden Seligsprechung der Lübecker Märtyrer
von 2. Juli 2010Glaubenszeugen
sind Vorbilder
Statement des
designierten Vororts UNITAS Ruhrania
zur
bevorstehenden Seligsprechung der „Lübecker Märtyrer“
ESSEN, 2.7.2010. Die Mitglieder des wissenschaftlichen
katholischen Studentenvereins Unitas Ruhrania freuen sich über eine
Nachricht aus dem Vatikan: Der Vatikan erkannte am Donnerstag, 1.Juli,
das Martyrium des 1943 von den Nationalsozialisten ermordeten
katholischen Priesters Johannes Prassek und zwei seiner Gefährten an. In
einer Audienz für den Präfekten der Heiligsprechungskongregation,
Erzbischof Angelo Amato, autorisierte Papst Benedikt XVI. das
entsprechende Promulgationsdekret für die „Lübecker Märtyrer“. Damit
steht ihrer Seligsprechung nichts mehr im Wege, ein Termin wurde
allerdings noch nicht genannt.
Johannes Prassek wie der
ebenfalls ermordete Eduard Müller waren während ihrer Studienzeit in
Münster im W.K.St.V. Unitas Ruhrania aktiv. „Wir freuen uns sehr über
diese Nachricht, vor allem, weil sie uns gerade jetzt erreicht“, betont
Sebastian Sasse, Mitglied der Unitas Ruhrania und designierter
Vorortspräsident des Gesamtverbandes. Vor wenigen Wochen war der 1911 in
Münster gegründete und heute in Essen-Borbeck ansässige Verein zum
neuen Vorort des Unitas-Verbandes gewählt worden. Er wird damit ein Jahr
lang den studentischen Vorstand des ältesten katholischen deutschen
Akademikerverbandes stellen.
„Ihr Erbe ist
Verpflichtung“
„Unsere Bundesbrüder
Johannes Prassek und Eduard Müller sind für uns Vorbilder. Sie sind mit
ihrem Leben für unseren Glauben eingestanden. Wir sehen ihr Erbe als
Verpflichtung an und wollen daher unser Vorortsjahr ihrem Andenken
widmen“, so Sasse. „Wenn heute ein junger Student in unseren Verein
eintritt, lernt er bei uns das Lebenszeugnis dieser beiden Märtyrer
kennen. Wir vertrauen darauf, dass ihr Vorbild uns dabei hilft, selbst
engagierte Christen zu sein, die sich mit ihrer ganzen Persönlichkeit
für ihren Glauben in die Gesellschaft einbringen“, betont der
designierte Vorortspräsident, der zum 17. Juli die Amtsgeschäfte für ein
Jahr übernehmen wird. „Sollte in dieser Zeit die Seligsprechung
erfolgen, werden wir natürlich dabei sein.“
Vikar Bbr. Prassek
(1911-1943) und seine ebenfalls an der Lübecker Herz Jesu-Kirche tätigen
Kapläne Bbr. Eduard Müller (1911-1943) und Hermann Lange (1912-1943)
waren wegen offener Kritik an der NS-Ideologie von der Gestapo verhaftet
worden. Die drei „Lübecker Märtyrer“ starben am 10. November 1943 -
zusammen mit dem evangelischen Pastor Karl Friedrich Stellbrink - im
Hamburger Gefängnis Holstenglacis unter dem Fallbeil.

v.l.: Bbr. Johannes
Prassek, Bbr. Eduard Müller, Hermann Lange und Friedrich Stellbrink
Die Seligsprechung findet voraussichtlich Ende Juni 2011 in Lübeck
statt. Unter Federführung des Erzbistums Hamburg planen die katholischen
Kirchen zahlreiche Veranstaltungen rund um die Seligsprechung. „Der
ökumenische Gedanke darf nicht zu kurz kommen“, erklärte UNITAS-Mitglied
Joachim Kirchhoff, Pastor an St. Birgitta in Lübeck und Vorsitzender
der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (ACK) in den LÜBECKER
NACHRICHTEN (Freitagsausgabe). Mit den drei katholischen Geistlichen
wurde auch der evangelische Pastor Karl Friedrich Stellbrink von den
Nazis getötet. „Deshalb ist es ein wichtiges Zeichen, auch ihn
entsprechend zu würdigen“, so Bbr. Pastor Joachim Kirchhoff.
Dieser Beitrag ist der Homepage der Unitas Ruhrania entnommen.

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