Erzbischof Schick: „Katholische Akademiker müssen sich für Glaube und Kirche engagieren“
von 8. Juni 2010
Erzbischof Dr. Ludwig Schick (Mitte) umrahmt von den Vertretern der
46 UNITAS-Studenten-
und Studentinnenvereine bei ihrer 133. Generalversammlung in Nürnberg
„Katholische Akademiker müssen
sich für Glaube und Kirche engagieren“
Erzbischof
Schick bei der Generalversammlung des Unitas-Verbandes in Nürnberg
Bamberg. (bbk) Bei
der 133. Generalversammlung des Unitas-Verbandes feierte Erzbischof
Ludwig Schick mit den Teilnehmern am Sonntag, 6. Juni 2010, ein
Pontifikalamt in St. Elisabeth in Nürnberg. Dabei betonte er die
Verantwortung von Akademikern für Glaube und Kirche. „Wir leben in einer
Zeit des aggressiven Atheismus, dessen Argumente aber schwach sind. Wir
Christen haben bessere Argumente, für unsere Überzeugung.“ Wir müssten
sie aber deutlicher formulieren und werbend kundtun. Schick: „Es ist
unsere Aufgabe als Akademiker mit den Mitteln der Wissenschaften den
Glauben zu durchdringen, um auskunftsfähig und überzeugungskräftig zu
sein. Glaube an Gott, Werte und Kirche mit ihren vielen positiven
Beiträgen für die Gesellschaft sind unabdingbar für eine gute Zukunft!“
Der Appell
müsse aber auch umgekehrt, in die Wissenschaft hinein, gelten. „Die
Wissenschaften und Technik müssen vom Glauben begleitet werden.
Wissenschaft ohne Werte, ohne Ethik, ohne Verantwortung vor Gott ist
gefährlich“, mahnte Schick mit deutlichen Worten. „Denn dann spielen
Geld, Wissens- und Technikfortschritt die alleinige Rolle.“ Der
Bamberger Erzbischof sieht darin die Gefahr, dass „Bankmanager
skrupellos werden und Gentechniker verantwortungslos mit dem Leben
umgehen“. Dann werde auch Euthanasie hoffähig und die Würde des Lebens,
die von der Zeugung bis zum natürlichen Tod uneingeschränkt gelten
müsse, antastbar.
„Werte und Tugenden wieder hoch im Kurs"
Erfreut
zeigte sich Schick, dass unter jungen Akademikern ein Umdenkungsprozess
zu erkennen sei. Immer häufiger fragten sie nach den notwendigen
Fundamenten und Garantien für den Erhalt des Gemeinwohls. „Werte und
Tugenden stehen wieder hoch im Kurs“, erklärte der Erzbischof. Wer nach
dem Woher, Wohin und Wozu des Lebens und der notwendigen Basis für die
Gesellschaft frage, lande sehr schnell bei der Kirche. „Für das geistige
Klima einer Gesellschaft, für den Grundwasserspiegel der Humanität, der
Menschenwürde und –rechte, der Werte und Tugenden sind vor allen Dingen
Akademiker verantwortlich, die aus den christlichen Werten leben. Für
tragfähige Antworten auf die essenziellen Fragen des Lebens brauchen wir
gute katholische Akademiker.“ Die Gesellschaft als Ganzes, ist Schick
überzeugt, steckt derzeit in einer Krise. „Für das ‚raus aus der Krise’
ist die Kirche unabdingbar. Die Kirche, die auch in Schwierigkeiten sei,
werde ihre Probleme nicht zuletzt dadurch bewältigen, dass sie sich
erneut engagiert mit dem Evangelium für die Menschen einsetzt.“
Religion,
Glaube und Christus, die unsere Gesellschaft human geprägt hätten,
müssten von Akademikern zunächst neu als wertvoll erkannt werden. „Dann
können wir sie weitergeben und glaubwürdig bekunden, dass es ohne Jesus
Christus, ohne Evangelium, ohne die Gebote, Weisungen, aber auch
Tröstungen und Verheißung der Religion, nicht geht“, appellierte Schick
an seine Bundesbrüder des Unitas-Verbandes. „Religion und Glaube können
nicht Patchwork und self-made sein, das ist keine Religion.“ Religion
gebe es nur durch Offenbarung.(ep, Pressedienst des Erzbistums Bamberg)

Erfreutes Zusammentreffen von Bbr. Erzbischof Dr. Ludwig Schick mit
der Delegation der UNITAS Ruhrania Bochum - Duisburg-Essen - Dortmund,
dem neugewählten Vorort des Gesamtverbandes.
Der Beitrag wurde der Homepage der Unitas Ruhrania entnommen.

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