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Vatikan: Drei "Lübecker Märtyrer" werden seliggesprochen

von
1. Juli 2010


vl.l.: Bbr. Johannes Prassek, Bbr. Eduard Müller, Hermann Lange und Friedrich Stellbrink

VATIKAN, 30.6.2010. Der Seligsprechung der „Lübecker Märtyrer“ steht nichts mehr im Wege: Der Vatikan erkannte am Donnerstag das Martyrium des 1943 von den Nationalsozialisten ermordeten katholischen Priesters Bundesbruder Johannes Prassek und zweier Gefährten an. In einer Audienz für den Präfekten der Heiligsprechungskongregation, Erzbischof Angelo Amato, autorisierte Papst Benedikt XVI. das entsprechende Promulgationsdekret. Ein Termin wurde noch nicht genannt.

In der Mitteilung des Vatikanischen Pressesaals heißt es: „PROMULGAZIONE DI DECRETI DELLA CONGREGAZIONE DELLE CAUSE DEI SANTI: Oggi, 1° luglio 2010, il Santo Padre Benedetto XVI ha ricevuto in Udienza privata Sua Eccellenza Reverendissima Mons. Angelo Amato, S.D.B., Prefetto della Congregazione delle Cause dei Santi. Nel corso dell’Udienza il Sommo Pontefice ha autorizzato la Congregazione a promulgare i Decreti riguardanti: (….) - il martirio dei Servi di Dio Giovanni Prassek e 2 Compagni, Sacerdoti diocesani, uccisi in odio alla Fede ad Amburgo (Germania) il 10 novembre 1943 (…).

Vikar Bbr. Prassek (1911-1943) und seine ebenfalls an der Lübecker Herz Jesu-Kirche tätigen Kapläne Bbr. Eduard Müller (1911-1943) und Hermann Lange (1912-1943) waren wegen offener Kritik an der NS-Ideologie von der Gestapo verhaftet worden. Die drei „Lübecker Märtyrer“ starben am 10. November 1943 - zusammen mit dem evangelischen Pastor Karl Friedrich Stellbrink - im Hamburger Gefängnis Holstenglacis unter dem Fallbeil.

UNITAS-Vorort widmet ihnen das Vorortsjahr

Johannes Prassek und Eduard Müller gehörten während ihres Studiums der UNITAS Ruhrania in Münster an. Ihr heute in Essen ansässiger Verein, designierter Vorort des UNITAS-Verbandes, ist dem Heiligen Vater für die heute veröffentlichte Entscheidung zutiefst dankbar. Die UNITAS Ruhrania, die im nächsten Jahr ihr 100. Stiftungsfest feiert, will ihr einjähriges Präsidium für den Gesamtverband diesen Vorbildern im Glauben widmen.

Der designierte Vorortspräsident Bbr. Sebastian Sasse erklärte in einem vor wenigen Tagen an alle Mitglieder der Ruhrania gerichteten Rundschreiben:


„In der Geschichte der Unitas Ruhrania spiegelt sich die Geschichte unseres Vaterlandes wider. Wir dürfen zu unseren Bundesbrüdern Märtyrer zählen, die während des NS-Unrechtsregimes mutig mit ihrem Leben für unseren Glauben einstanden. Bbr. Johannes Prassek und Bbr. Eduard Müller, deren Seligsprechung wir im kommenden Jahr erwarten dürfen, sind Vorbilder, aus deren Lebenszeugnis wir Kraft und Zuversicht schöpfen. Unter ihrem Bild in unserem Conventssaal wurden die Aktiven der Gegenwart recipiert und geburscht. Ihr Erbe ist uns Verpflichtung. (…) Dieser Geist soll auch das kommende Jahr prägen. Diesen Bundesbrüdern widmen wir unsere Amtszeit. Sie haben vorgelebt, was es bedeutet, ein Ruhrane zu sein. Ihnen wollen wir Ehre machen.“

Mehr Informationen gibt es auf der Homepage der Unitas Ruhrania.