AGV: Standpunkte zu Sparmaßnahmen und Schulden
von 27. Mai 2010AGV: Alle Generationen bei
Haushaltskonsolidierung gleich belasten /
Spaßmaßnahmen bei der Bildung kontraproduktiv
Bonn,
25. Mai 2010. Die katholischen Studentenverbände begrüßen die
aktuelle Debatte um Einsparungen in den öffentlichen Haushalten. „Es ist
überfällig, dass über mögliche Kürzungen nachgedacht wird. Für die
junge Generation sind die derzeitigen Schuldenexzesse nicht weiter
hinnehmbar. Die Politik ist in der Pflicht, trotz der gigantischen
Summen für die Rettungspakete nicht das Augenmaß bei Ausgaben und
Neuverschuldung zu verlieren,“ erklärte dazu der Vorsitzende der
Arbeitsgemeinschaft, Bernd Schulte.
„Generationengerechte Sparmaßnahmen"
„Gleichzeitig appellieren wir an die Verantwortlichen, die
Sparmaßnahmen nachhaltig und generationengerecht auszugestalten.
Kürzungen im Bereich Bildung sind nur schwerlich zu rechtfertigen. Es
muss primäres Interesse unserer Gesellschaft sein, junge Menschen
optimal auszubilden, damit sie die Lasten der Zukunft schultern können.
Stärkere und gezieltere Anstrengungen in Bildung und Forschung sind der
einzige Weg, die heutige junge Generation zu befähigen, die notwendige
technologische Erneuerung durchzuführen und einen tragfähigen Wohlstand
zu schaffen, der nicht auf faulen Krediten gründet. Die katholischen
Studentenverbände akzeptieren, dass junge Menschen über Studienbeiträge –
sofern sie sozial verträglich ausgestaltet sind – ihren Teil dazu
beitragen. Dann darf sich der Staat aber nicht aus der Verantwortung
stehlen.
„Dringender Reformbedarf bei
Sozialsystemen"
Unsere Generation ist sich der Tatsache bewusst, dass sie einen großen
Teil der heutigen Ausgaben bezahlen muss. Vor diesem Hintergrund kann es
aber kein Tabu sein, dass auch die Älteren ihren Teil zu einem
generationengerechten Ausgleich beitragen. Durch mehrfaches Aussetzen
des Riester-Faktors und die Rentengarantie scheint es, als würden die
Konsequenzen der Wirtschafts- und Finanzkrise allein den Jüngeren
aufgebürdet. Das ist nicht weiter hinzunehmen“, so Schulte weiter. „Der
Zuschuss zur Rentenversicherung macht mit rund 80 Mrd. Euro etwa ein
Viertel der Ausgaben des Bundes aus. Die implizite Staatsverschuldung
ist etwa drei mal so hoch wie die sichtbaren Staatsschulden. Das
verdeutlicht, dass dringender Reformbedarf bei den Sozialsystemen
besteht – auch und vor allem bei den Rentenkassen. Davor darf die
Politik nicht die Augen verschließen. Alle Generationen müssen jetzt
dazu beitragen, dass die öffentlichen Haushalte wieder auf Kurs kommen.“
Originalbeitrag von der Homepage der Unitas Ruhrania.

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